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Dass ein engagiertes Pharma-Unternehmen in Sachen Gesundheitsförderung nicht nur nach außen, sondern auch erfolgreich nach innen wirken kann, belegte unlängst Bayer Schering Pharma mit einer spektakulären Aktion: Der Betriebsärztliche Dienst engagierte für die Berliner Firmenzentrale Arzt und Kabarettisten Dr. Eckehard von Hirschhausen, um die Berliner Mitarbeiter zur Darmkrebs-Früherkennung zu motivieren. Die ungewöhnlich hohe Beteiligung der Mitarbeiter zeigt, wie ein gezieltes Zusammenspiel zwischen Unternehmensleitung, betriebsärztlichem Dienst und Interner Kommunikation erfolgreich funktionieren kann. Von Harald Dudel, Berlin
Wie kommuniziert man Gesundheitsthemen, über die man nicht spricht? Am Besten überhaupt nicht, das dürfte die wohl gängigste Variante sein. Wenn aber die Erfordernis groß und die Chance auf Heilung erheblich ist, dann lohnt sich eine kommunikative Anstrengung allemal. So wie beim Thema Darmkrebs, an dem rund 30.000 Menschen hierzulande jährlich sterben, durch Früherkennung aber größtenteils gerettet werden könnten. Also heißt es, dafür unter den Mitarbeitern zu werben.
Doch im Vorfeld der angestrebten Publikumsbeteiligung muss erst einmal das Interesse der Zielgruppe geweckt und hartnäckige Hemmschwellen überwunden werden. Dies gelang hier offensichtlich: Bei Bayer Schering Pharma in Berlin waren es über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Firmen-Auditorium und einen großen Zusatzraum mit insgesamt über 600 Teilnehmern zur Mittagspause überfüllt haben. Diverse Anrufe und E-Mails sowie eine außerordentlich hohe Klickrate im Intranet belegten auch die hohe Aufmerksamkeit im Nachgang.
Worin bestanden nun die Erfolgsfaktoren dieser Mitarbeiter-Aktion? An erster Stelle zu nennen sind sicherlich die Sinnhaftigkeit des Themas sowie die Übereinstimmung der nach außen gerichteten Mission eines Pharmaherstellers mit den Angeboten für die Mitarbeiter („innen ist wie außen“). Ebenso zählt der Individuell erfahrbare Nutzwert für die Teilnehmer dieser Früherkennungsaktion: Schließlich bekommen sie gegen eine geringe Schutzgebühr einen ebenso komfortablen wie zuverlässigen Test, der normalerweise von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt wird.
Als kräftiger Erfolgsfaktor erwies sich in diesem Fall auch die Unterstützung durch einen Vorstand, der als „Chief Medical Officer“ selbst Arzt ist und seine Aufgabe auch intern mit großem Engagement wahrnimmt.
Und obwohl eigentlich selbstverständlich: Der konsistente Medieneinsatz. Im Vorfeld der Aktion per Intranet, Handzettel und Plakat. Während der Veranstaltung durch Videoübertragung in einen benachbarten Raum. Und im Nachgang: Angebot einer DVD-Aufzeichnung für alle, die nicht dabei sein konnten, sowie ein Artikel in der Mitarbeiterzeitung.
Auch die angemessenen (aber nicht üppigen) Mittel für professionelle PR-Arbeit stärkten den kommunikativen Auftritt. Sie machten die attraktive Einbindung eines Prominenten wie Dr. Eckehard von Hirschhausen möglich. Voraussetzung zur Nutzung dieses Promi-Effekts als Zugpferd ist allerdings auch der in Unternehmen nicht selbstverständliche Mut zum gezielten Einsatz von Unterhaltungselementen angesichts ernsthafter Themenstellungen. Häufig gilt es ja in deutschen Firmen und Behörden sich mit der Ansicht auseinanderzusetzen, dass Unterhaltung unseriös und daher zu unterlassen sei.
Last but not least: Unterstützend wirkte auch der ethische Aspekt, sich mit der eigenen Früherkennung auch für andere engagieren zu können. Denn die eingenommenen Beträge aus der Test-Abgabe kamen ausnahmslos dem angesehenen Krankenhausclown-Verein „Rote Nasen“ zur Aufheiterung bettlägeriger Krankenhaus-Kinder zugute. Über 2.500 Euro Mitarbeiter-Spendengelder für die „Roten-Nasen“ im ersten Anlauf – inzwischen bei zirka 4.000 Euro – sprechen für sich.
Dass sich eine gelungene Früherkennungs-Kampagne auch noch bei der Felix Burda Stiftung als Wettbewerbs-Beitrag anmelden lässt, dürfte eine Wiederholung für PR-Kollegen in anderen Firmen sicher nicht unattraktiver machen. Auch unter diesem Aspekt ist eine Aktion „Unternehmen gegen Darmkrebs“ ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen. (Quelle: www.streusandbuechse.de . Webseite der DPRG-Landesgruppe Berlin) |